„Körper im Raum“: Schüler*innen gegen Rassismus – Kunstausstellung der HBG

….ein aktuelles Thema, mit dem sich seit September 2018 auch einige Klassen und Kurse der Heinrich-Böll Gesamtschule im Kunstunterricht auseinandersetzen.

Der Wunsch, ihre entstandenen Kunstwerke auch im öffentlichen Raum zu zeigen, kam von den Schüler*innen der Oberstufe der Heinrich-Böll-Gesamtschule selbst. Als sich dann noch die Gelegenheit bot, in der Umgebung der Schule in Schmachtendorf auszustellen, griffen sie zu.

Die Ausstellung, die vom 17.6. – 29.6. 2019 in einigen Räumen der Heinrich-Böll-Gesamtschule, auf öffentlichen Plätzen/Straßen und in Räumen der anliegenden Geschäfte zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit dem Schulraum Schmachtendorf, der Identifikation der Schüler*innen mit diesem Raum und ihrer „Besetzung“ ausgewählter Orte mit eigenen künstlerischen Ideen.

Insgesamt 11 Kunstkurse, von der 5. bis zur 13. Klasse, haben dafür künstlerische Werke in den Bereichen Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Installationen zum Thema „Körper im Raum_Schüler*innen gegen Rassismus“ konzipiert und selbständig entwickelt. Durch die
Unterstützung von eingeladenen Künstler*innen wurden die Schüler*innen auf die Ausstellung vorbereitet. Insgesamt werden mehr als 300 Werke von Schüler*innen der Heinrich-Böll-Gesamtschule Oberhausen gezeigt.

Michel Foucault erläutert in seinem Text „Von anderen Räumen“ 1967 seine Kritik des herrschenden Raumbegriffs, indem er einen Sachverhalt anspricht „von Gegensätzen, die wir als Gegebenheiten hinnehmen, etwa zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen familiärem und gesellschaftlichem Raum, zwischen dem Raum der Kultur und dem der Nützlichkeit, zwischen dem Raum der Freizeit und dem der Arbeit.[…]. Diese Gegensätze gilt
es seiner Meinung nach nicht mehr festzuschreiben, sondern aufzulösen. Den „äußeren Raum“, den der uns umgibt, sollten wir nach Foucault mit Qualitäten unseres Lebens und unserer Erkenntnisse usw. füllen, um Relationen aufzeigen, die diese Orte „innerlich“ definieren.

Die Ausstellung der Schüler*innen kann im Zusammenhang dieses Gedankens Foucaults als ein Versuch verstanden werden, signifikante Orte wie Schulgelände und -gemeinde mit den umliegenden Bereichen ihrer städtischen Umgebung in Kontakt zu bringen, möglicherweise künstlerisch zu öffnen, zu verändern und dem Nachdenken zugänglich zu machen. Eigene Reflexionen, die dann nicht nur als abstrakte Darstellung von Relationen von „Körper
im Raum“_Schüler*innen gegen Rassismus“ begriffen werden können, sondern als ein Beitrag der Schüler*innen zu ihrer Stellung zur Welt, zu Themen wie Rassismus, Feminismus, Ökologie, Frieden, Identität und als ein konkreter Beitrag zur aktuell vielzitierten Trans-und Interkulturalität.

 

Kuratorische Arbeit: Künstlerin Havin Al-Sindy
Eröffnung am 17.06.2019 um 13 Uhr (Eröffnung durch Herrn Oberbürgermeister Schranz, Schulleitung Herrn Geßwein, Künstlerin Frau Al-Sindy und Team Kunst
Ausstellungsende: 29.06.2019 um 17 Uhr